Der Weg in die Selbstständigkeit ist mit vielen Hindernissen gespickt. Das wohl größte zu Beginn ist die Finanzierung. Das beginnt schon bei der Gründung. Der Gewerbeschein kostet Geld, Steuerberater, Krankenkasse und vieles mehr kann schon eine Menge Geld verschlingen bevor überhaupt das erste Geld verdient wird.
Und natürlich muss man auch erst einmal von etwas leben. Denn auch wenn selbstständigen gerne nachgesagt wird, dass sie nichts tun als zu arbeiten, essen und wohnen müssen sie auch. Die Lebenshaltungskosten sind ebenfalls ein finanzieller Faktor, der erst einmal verdient werden muss.
Finanzierung der Existenzgründung
Natürlich gibt es reihenweise Möglichkeiten, sich die eigene Selbstständigkeit zu finanzieren. Die Palette reicht von staatlichen Förderungen über Kredite und private Investoren bis hin zum Ersparten. Wie überall ist hier der Durchblick wichtig. Das richtige Angebot zu finden ist sicherlich nicht einfach.
Ich möchte hier aber zwei Dinge ausschließen. Private Investoren für einen Blog zu finden halte ich für unrealistisch. Und vom Ersparten zu Leben erfordert keine Erklärung, denke ich. Deshalb werde ich etwas näher auf die Staatlichen Förderungen und die Kredite eingehen.
Staatliche Förderprogramme
Bund, Länder und die europäische Union fördern Existenzgründer und Unternehmer mit zahlreichen verschiedenen Programmen. Teilweise sind diese regional beschränkt oder auf ein Fachgebiet spezialisiert.
Die wichtigsten Förderprogramme sind die Kreditprogramme der KFW Mittelstandsbanken, weshalb ich diese kurz vorstellen möchte. Wichtig ist aber schon einmal, dass die Kredite der KFW meist günstiger als die der Hausbank sind. Gleichzeitig wird die Aufnahme eines Kredites bei einem anderen Kreditinstitut erleichtert, wenn man ein Darlehen der KFW bekommt.
Das KFW Startgeld
Das KFW Startgeld wird seit dem 01. Januar 2008 an Existenzgründer und Freiberufler gezahlt. Die Voraussetzungen dafür sind wie folgt:
- weniger als drei Jahre am Markt tätig
- Gesamtfremdfinanzierungsbedarf nicht höher als 50.000€
Dieses Programm fasst die bisherigen Programme Mikro Darlehen und Startgeld zusammen. Als Gründer erhält man bis zu 100 Prozent des Gesamtfremdfinanzierungsbedarfs und 80% Haftungsfreistellung für die Hausbank. Das erleichtert den Zugang zu einem Darlehen. Es kann sogar eine nebenberufliche Selbstständigkeit gefördert werden. Die Anlaufzeit des Darlehens ist tilgungsfrei und das Darlehen kann jederzeit kostenfrei getilgt werden.
Antragsberechtigte
Antragsberechtigt sind
– natürliche Personen, die ein Unternehmen bzw. eine freiberufliche Existenz in Deutschland gründen, oder
– freiberuflich Tätige und kleine Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft gemäß KMU-Definition der EU, die weniger als drei Jahre bestehen bzw. am Markt tätig sind.Voraussetzungen
Existenzgründer müssen über die erforderliche fachliche und kaufmännische Qualifikation für das Vorhaben und über eine ausreichende unternehmerische Entscheidungsfreiheit verfügen.
Eine Gründung im Nebenerwerb muss mittelfristig auf den Vollerwerb ausgerichtet sein.
Die aktive Mitunternehmerschaft des Antragstellers muss gegeben sein.
Sanierungen und Unternehmen in Schwierigkeiten im Sinne der Leitlinien der EU sowie die Umschuldung bzw. Nachfinanzierung bereits abgeschlossener Vorhaben werden nicht unterstützt.
Quelle: Förderdatenbank
Die KFW bietet noch weitere Förderungen an. Wenn man sich da etwas genauer informieren möchte, kann man das in der Förderdatenbank tun.
Finanzierung über Banken
Der erste Weg führt immer zur Bank, wenn Kapital benötigt wird. Der Unterschied zu den staatlichen Förderprogrammen liegt darin, dass dieses Fremdkapital mit banküblichen Zinsen über einen festen Zeitraum zurückgezahlt werden muss, oder am Ende der Laufzeit in einer Summe.
Es werden drei Stufen der Laufzeit unterschieden:
- Kurzfristig (bis 6 Monate)
- Mittelfristig (ab 6 Monate)
- Langfristig (ab 4 Jahre)
Die Laufzeit eines Darlehens der Bank wird am besten an den Abschreibungen der Investition festgemacht. Kann man ein Objekt zum Beispiel über 4 Jahre abschreiben, sollte man dies in das Darlehen einplanen.
Natürlich sollte vor dem Abschluss eines Kredites genau verglichen werden, welche Bank die besten Konditionen anbietet.
Private Investoren
Oftmals wird nicht sehr viel Kapital benötigt und es besteht die Möglichkeit ein zinsloses Darlehen von einem privaten Investor, beispielsweise der Verwandtschaft zu bekommen. Diese Möglichkeit ist dem Kredit natürlich vorzuziehen.
Aber auch andere private Investoren können vom eigenen Projekt überzeugt werden und Kapital für die eigenen Pläne bereitstellen. In der letzten Zeit kommen Privatkredite sehr in Mode. Möglich macht das das Internet. Hier gibt es Plattformen, wie Auxmoney, die private Kredit vermitteln.
Der Finanzierungsplan
Der erste Schritt zur Richtigen Finanzierung und zum Kapitalbedarf, speziell dessen Ermittlung wird bereits im Business Plan vorgenommen.
Zusätzlich hält der erstellte Liquiditätsplan aus dem Businessplan die zur Verfügung stehenden Mittel fest.
Der Finanzierungsplan vereint nun alle Bemühungen. Er stellt zusammen, welche Mittel vorhanden sind, welche Mittel benötigt werden und auf Grundlage dieses Artikels, woher man diese bekommen kann.
Die Handwerkskammer zu Leipzig stellt einen Finanzierungsplan zum Download und weitere Informationen bereit, die diesen Artikel hervorragend ergänzen.
Finanzierung der Selbstständigkeit – Fazit
Das größte Problem, die Finanzierung, kann mit umsichtiger Planung wesentlich einfacher gestaltet werden. Der riesige Berg wird einfach in kleinen Stücken abgetragen. Wichtig ist vor allem eines: Information. Man sollte sich mit allem beraten, was zur Verfügung steht, jede mögliche Quelle nutzen. Denn gerade Kapital ist das, was das eigene Geschäft liquide hält. Wer nicht mehr zahlen kann, macht dicht. Das gilt auch für Zinsen und andere Modalitäten. Alles muss genauestens überprüft werden, sonst kann das Unternehmen schnell baden gehen.

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