Auf dieses Thema hat mich Henning in einem Kommentar zu einem meiner Artikel gebracht. Danke dafür. Die konkrete Fragestellung lautet, wie man die Preise für verkaufte Backlinks oder Blogsposts kalkuliert.
Ich muss gestehen, dass das eine sehr gute Frage ist, die sicherlich einige Gedanken nach sich zieht. Ich kann hier also nur für mich sprechen und meine eigenen Erfahrungen schildern. Bei meiner eigenen Kalkulation habe ich mir einige Fragen gestellt, die ich euch kurz erläutern möchte.
Was wollen die Kunden?
Die zentrale Frage lautet doch, was der Kunde eigentlich erreichen möchte. Durch den Kauf von Backlinks und Blogposts wollen die meisten eine Steigerung des eigenen Rankings erreichen. Das ist definitiv klar. Was brauchen die Kunden aber, damit das auch gelingt?
- Sie brauchen DoFollow Links – Damit Power und PR vererbt werden
- Sie brauchen gute Rankings und Themenrelevanz
- Sie wollen Kunden
Gehen wir auf die Punkte kurz ein. Ein Nofollow Link vererbt nichts, wäre aber konform mit den Google Richtlinien. Im Klartext will ein Kunde also ganz bewusst, dass wir dagegen verstoßen. Das ist definitiv ein Preiskriterium.
Damit das Ranking des Kunden steigt braucht er vererbten Linkjuice und PR. Das ist DIE Währung im Internet. Im Klartext verkaufen wir also etwas davon. Der Kunde erreicht damit nicht nur einen Aufschwung des eigenen Rankings. Das primäre Ziel liegt dabei in der Kundengewinnung.
Machen wir uns nichts vor. Ein Kunde der einen Backlink oder einen Blogpost kauft will Geld verdienen. Also werden Strategien geplant um in den Google Positionen nach oben zu rutschen.
Ein Käufer verspricht sich also von einem Backlink ein steigendes Ranking und damit auch mehr Verkäufe.
Ein starkes und immer stärker werdendes Kriterium ist die Themenrelevanz. Auch hier die offenen Karten: Themenrelevanz erreicht man in der Gleichen Nische. Theoretisch puschen wir also die Konkurrenz.
Zusammengefasst will der Kunde also mit wenig Investition viel erreichen. Die Frage, die ich mir immer wieder stelle, wenn es um den Verkauf eines Links oder eines Blogposts geht ist also, was der Kunde davon hat. Verkauft er Versicherungen und rutscht durch meinen Link nur eine Position nach oben, wird er mehr verkaufen. Versicherungen bringen sehr viel Provision. Ergo wäre der Link auch dementsprechend teuer.
Für eine vernünftige Kalkulation reicht das aber noch nicht aus, denn es bleibt auch die Frage, was mein Blog mir wert ist.
Was will ich?
Ganz klar habe ich das Gleiche Ziel wie auch der Kunde. Ich will Geld verdienen. Dafür biete ich dem Kunden eine Plattform an, auf der er seine Werbung schalten kann.
Aber auch klar ist, dass ich nicht jeden Müll hier veröffentlichen will. Es gibt Anbieter, die erlauben das bloße veröffentlichen von Artikeln des Advertisers. Solche Angebote nehme ich nie an. Weil ich keine Kontrolle darüber habe, was hier veröffentlicht wird. Also schreibe ich meine Texte selber, und zwar immer so, dass sie meinen Besuchern auch einen gewissen Mehrwert bieten.
Bei Backlinks sieht das anders aus, weil ich die ja innerhalb von zwei Minuten nur irgendwo im gewünschten Text platzieren muss. Der Aufwand ist also um ein Vielfaches kleiner.
Ich will für meinen Blog hochwertige Artikel und Links, die meinen Besuchern einen Nutzen darstellen. Und sind wir mal ehrlich – Casinomüll kommt hier nicht rein. Pornos schaue ich mir gerne an, aber dafür werben würde ich nie. Und was den rechts-, links- und quer nach durch Blödsinn angeht, die brauchen gar nicht erst anklopfen.
Damit steigere ich im Übrigen auch den Wert für den Kunden. Ich veröffentliche hier nur moderiert und handverlesen. Es muss sich also niemand sorgen machen, dass hier schlechte Nachbarschaft in den Artikeln herrscht. Zur letzten Fragestellung.
Was wird hier geboten?
Mein Blog bietet einen mickrigen PR3 und rund 20.000 Besucher monatlich. Das ist sicherlich nicht berauschend aber besser als zig tausend andere Seiten.
Ein Artikel, der für einen Kunden geschrieben wird, bleibt immer bestehen. Solange mein Blog lebt.
Das heißt er altert, bekommt Vertrauen und steigt im ansehen der Suchmaschinen. Von der einmaligen Textleistung einmal abgesehen, bekommt der Kunde dazu einen, wenn nicht zwei Backlinks, die mit der Zeit und nach der Einmalzahlung stetig an Power gewinnen.
Und genau da splittet sich jetzt die Überlegung. Ich muss also in zwei Kategorien denken. Das eine sind die buchbaren Backlinks, das andere die Blogposts.
Backlinks kalkulieren und verkaufen
Henning hat erwähnt, dass Backlinks, die monatlich gebucht werden von Teliad zum Beispiel einen Preisvorschlag bekommen. Ich persönlich finde das ganz gut. Ein Link, der mir 7€ im Monat einbringt ist willkommen, solange er gebucht bleibt. Bei den einzelnen Backlink Buchungen ist es mir fast egal, was die Kosten, weil ich erstens nicht jeden davon akzeptiere und zweitens die Meisten davon sowieso recht kurzlebig sind. Ich verlasse mich hier ganz auf die Kalkulation von Teliad und verwende diese auch an jeder anderen Stelle. Das heißt, bei jedem anderen Anbieter. So kann ich zumindest sicher sein, dass keiner zu viel, aber auch keiner zu wenig dafür bezahlt.
Blogposts kalkulieren und verkaufen
Hier wird’s kniffliger. Ein Blogpost in meinem Blog setzt immer eigene Textleistung voraus. Wer hier mitliest, weiß, dass ich feste Preise nur für die Erstellung eines Artikels berechne. Generell berechne ich hier den Preis für 750 Worte. Dafür zahlt man bei mir aktuell 52,50€, wobei ich das meistens auf 50€ abrunde.
Der Preis resultiert Übrigens aus eigenen Überlegungen bezüglich des Lohndumpings bei der Texterstellung. Ich war es Leid für drei Euro einen Artikel für andere zu verfassen. Meine Zeit ist kostbar und meine Texte umso mehr.
Die Kalkulation des Preises für einen Blogpost ist also in erster Linie einmal auf der Texterstellung selber orientiert. Aber dann ist da ja noch die Sache mit dem gewünschten Link.
Wie schon erwähnt verlasse ich mich bei den Preisen für einen Backlink auf die Berechnung von Teliad. Wenn Teliad mir sagt, dass ich für einen Backlink sieben Euro pro Monat bekomme, dann dient das als Grundlage. Diesen Preis multipliziere ich mit 12. Die Anzahl der Monate im Jahr. Das sind 84€. Zusammen mit der Texterstellung komme ich so abgerundet auf 130€, die ein Kunde im Normalfall für einen Text mir Backlink und 750 Worten zahlen würde.
Und glaubt mir, dass ist noch zu wenig. Denn letztlich bekommt der Kunde einen der stärksten Backlinks, die er bekommen kann und in der Regel auch noch ein positives Review zum Produkt. In einer Diskussionsrunde mit anderen Bloggern haben wir mal Preise von 200€ und aufwärts kalkuliert. Aber was man nie vergessen darf ist die Konkurrenz.
Konkurrenz beachten
Jemand der Blogposts und Backlinks verkauft will Geld verdienen. Und so gerne ich auch sagen würde, dass jeden Tag ein Kunde bereit ist, meine Preise zu zahlen, die Realität sieht anders aus. Ich bewege nun nicht gerade in einer schlecht besetzten Nische.
Da gibt es Blogs, die sind älter, haben mehr Leser und stehen generell besser da. Und es gibt welche, die schlechter sind als meiner. Ich möchte aber jetzt nicht die schreiberische Leistung anderer bewerten, es geht rein um statistische Werte wie Besucher, Pageviews usw.
Was ich bei meiner Kalkulation gemacht habe ist sicherlich viel Arbeit aber ich denke, dass es mir sehr geholfen hat. Ich habe die „Hier werbenIn meinem Blog kann Werbung geschaltet werden! Als Banner oder als Sponsored Post. Hier klicken und mehr über Platzierung und Preise erfahren!“ Seiten der Konkurrenz in meiner Nische besucht. Mir die Preise angesehen und eine Tabelle erstellt. Geordnet nur nach PR, Pageviews und Preis. Folgendes kam dabei heraus:
| # | PageRank | PageViews | Preis für Blogpost |
|---|---|---|---|
| Mitbewerber 1 | 5 | 217.000 | 100€ zzgl. MwSt. |
| Mitbewerber 2 | 5 | keine Angabe | 300€ zzgl. MwSt. |
| Mitbewerber 3 | 2 | 9000 | 50€ zzgl. MwSt. |
| Ich | 3 | 30.000 | überlege… |
Drei Mitbewerber waren für mich genug um zu entscheiden was ich tun will. Ich habe mich entschieden mich zwischen der Konkurrenz mit hohem PR und der mit niedrigerem PR zu platzieren. Das bedeutet aber auch, dass ich Abstriche machen muss.
Letztlich habe ich mich in meinem Blog für einen Preis von 80€ entschieden. Für 80€ kann ich schreiben und durchaus auch einen Link platzieren. Ich bekomme ein gutes Thema für meinen Blog, die Leser bekommen neuen Input und bezahlt wird das auch noch.
Sollte sich mein PR nun steigern, kann ich meine Preise auch dementsprechend anpassen. Bekomme ich vielleicht irgendwann einmal eine 5, dann werde ich die ursprünglich kalkulierten 130€ verlagern. Bei einer 4 im grünen Balken ziehe ich auf 100€ an. Das sind Preise mit denen ich gut leben kann.
Henning fragt – Was ist denn ein reeller Preis für einen bezahlten Post oder für einen gemieteten Link?
Das ist eine Frage, deren Beantwortung mir schwer fällt. Reell ist das, was der Kunde bereit ist zu zahlen. Es geht also weniger darum, welchen Preis man anbieten kann, sondern wie man dem Kunden einen guten Preis schmackhaft macht.
Ich habe mal angefangen zusätzliche Leistungen in die einzelnen Angebote zu schreiben. Zum Beispiel ein Facebook Posting, einen Twitter Tweet oder ein paar Social Bookmarks. Alles Dinge, die einen Kunden zur Buchung überzeugen, die ich aber entweder sowieso mache, oder die automatisch laufen.
Einen Kunden kann man nicht für blöd verkaufen. Wer bucht, weiß wie das funktioniert. Ein teurer Preis muss dem Kunden verkauft werden – den Artikel will er ja sowieso. Es findet immer ein Verkauf statt – Entweder verkaufst Du Dein Produkt, oder der Kunde Dir sein „Nein“.
Betrachtung der Marktplätze
Schaut man sich nun an, wie zum Beispiel auf Rankseller oder Ranksider kalkuliert wird, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Es werden Kampagnen mit einem entsprechenden Budget angelegt. Auf dieses Budget kann man nun ein Angebot abgeben. Ich habe ehrlich gesagt noch nie eine Ausschreibung gewinnen können, weil ich auch dort meine 80€ haben will.
Ich finde das aber nicht schlimm. Zu schreiben habe ich immer mehr als genug und verramschen will ich mich nicht. Meinen Blog schon gar nicht. Ich kann nicht nachvollziehen, wie andere für 5€ mit Freude 500 Worte schreiben. Da kann ich gleich zu Textbroker gehen.
Henning fragt – Wird der Preis anhand der Page Impressions festgemacht?
Ich habe mir dazu einfach noch einmal meine Tabelle zusammengesucht und daraus eine Grafik erstellt. Darin sieht man enorm ansteigende PageViews (Blau).
Die Preise steigen aber nicht genauso an. Im Gegenteil. Sie pendeln sich im Bereich um 100€ ein. Für mich ist das Ergebnis auf diese Frage also klar: Ab einem gewissen erreichten Wert für Artikel, spielen die Page Views eine nicht mehr ganz so große Rolle. Sicherlich hätte ich noch mehr Daten sammeln können. Aber ich schließe einfach mal von mir auf andere. Ich werde meinen Preis nicht verzehnfachen, nur weil sich die PageViews verzehnfachen. Sondern ich erhöhe ihn Schrittweise. Erreichen meine PageViews auch mal die 300.000 monatlich, dann werde ich bereits anderthalb mal so viel verlangen wie bisher. Komme ich an die Millionen, werden ich erneut verdoppeln. Dann lege ich bei rund 250€ für einen Artikel, der aber 1 Millionen Besucher monatlich erreicht. Das ist aber noch Utopie.
Referenzen
Referenzen können Textaufträge im Wert übrigens steigern. So habe ich einmal für das Twago Magazin geschrieben und in Kürze wird ein Artikel von mir im Online Magazin Webselling des Data Becker Verlages erscheinen.
Solche Dinge sollte man unbedingt auf die „Hier werbenIn meinem Blog kann Werbung geschaltet werden! Als Banner oder als Sponsored Post. Hier klicken und mehr über Platzierung und Preise erfahren!“ Seite einfügen. Nochmals Dank an Henning, dass habe ich nämlich noch nicht gemacht. Ein Kunde kann so sehen, dass man selber in der Branche durchaus viele Leser erreichen kann.
Wie kalkuliere ich meine Preise – Fazit
Wie Eingangs schon erwähnt handelt es sich hier um meine eigenen Eindrücke und Erfahrungen bezüglich der Preisgestaltung. Obwohl ich einzelnen Backlinks kaum Beachtung schenke, fließen sie doch in die Wertgestaltung der Artikel mit ein.
Letztlich habe ich immer das Gefühl, dass ich nicht nur einen Platz in meinem Blog verkaufe. Erklärt mich für verrückt, aber mein Blog ist ein Teil von mir. Er verschlingt Zeit, macht mir Spaß und ist letztlich eine beträchtliche Einnahmequelle. Ich verkaufe also auch immer einen Teil von mir. Und ich bin teuer.
Meine Arbeitszeit lasse ich mir in der Regel gut bezahlen und für einen Artikel brauche ich schon mal eine Stunde oder etwas mehr. Bilder wollen erstellt werden, Photoshop war auch nicht billig und so subsumiert sich alles zu einem vertretbaren Ergebnis. Für mich und den Kunden. Und das ist denke ich das wichtigste.
Ich weiß nicht, ob ich die Frage von Henning damit ausreichend beantworten konnte, und deshalb bitte ich euch, eure eigenen Erfahrungen in die Kommentare zu schreiben.

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{ 6 comments… read them below or add one }
Hallo Sascha,
vielen Dank für diesen Artikel. Ich habe noch nirgendwo die Hauptrolle gespielt.
Wie gesagt, deinen Artikeln kann man immer wieder etwas nützliches entnehmen. Und so ist das auch bei diesem. Meine Frage hast du demnach voll und ganz beantwortet. Ich bin beeindruckt.
Ich habe derzeit wohl laut Ranksider einen Artikelwert von 35 €, Wenn ich dann deinen Artikel zu Rate ziehe, wären wohl in etwa 50 € fair. Das entnehme ich der ersten Tabelle mit den Mitbewerbern (Ich wäre Nr. 3). Klar, der Anbieter kriegt auch seine Provision, und das soll er auch. Aber ich habe des öfteren schon von Dumpingpreisen gelesen. Und da plagt mich das Gefühl, dass Ranksider und -seller auch auf diesen Pfaden unterwegs sind.
Bezüglich der Linkverkäufe glaube ich auch, da kann man Teliad schon die Arbeit machen lassen. Ich habe mal ein neues Angebot dort aufgelegt, mal sehen, ob hier was herum kommt.
Nochmals vielen Dank für die Hinweise. Ich kann hier empfehlen, die Seite auf jeden Fall im Auge zu behalten.
Hallo Henning,
freut mich, wenn ich Dir weiterhelfen konnte.
Was Ranksider und Konsorten angeht, ist es ja immer so, dass die Advertiser auch möglichst viel rausholen möchten. Wenn das Thema stimmt, und ich einen definitiven Mehrwert sehe, und ich zusätzlich noch Spaß dran habe, schreibe ich auch schon mal für weniger. Das ist aber dann immer mit Spaß und weniger mit Auftrag verbunden.
Danke für die Empfehlung. -)
Hallo Sascha,
schöner Artikel, wie ich finde. Auch ich halte die Preise von Ranksider etwas fragwürdig, ist aber auch nicht deren Schuld. Wer dort als Auftraggeber in Erscheinung tritt und dann mit einem 500er Budget versucht 20 Artikel zu bekommen, will Masse. Für Qualität sind leider viele noch nicht bereit zu zahlen. Wenn mit dem “Expertenstatus” bei dir alles klar geht, dürfte es mit den 130 €+ bald auch klappen. Allerdings bezweifle ich, dass du dies mit den oben genannten Dienstleistern bewerkstelligen kannst.
Hallo Thomas,
das bezweifle ich auch. Allerdings vertraue ich ja stark auf Google. Es wird immer mehr gesiebt, und irgendwann wird mein Blog derart interessant, dass ich meine Preise auch durchsetzen kann. Bis dahin habe ich es aber nicht eilig.
Und was ich vom Lohndumping bei den Texten halte habe ich ja schon einmal beschrieben.
Wo du gerade von Pagerank schreibst, was ist der beste? 1 oder 5?
Hallo Felix,
der Pagerank wird auf einer Skala von 0-10 bemessen, wobei 0 der niedrigste Wert ist. Der tatsächliche Wert ist aber meist anders. So ist ein PR von Null ungefähr 0,67.